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Bequemlichkeit als Sucht: Warum Veränderung so schwer fällt

Eine Illusion von Sicherheit

Bequemlichkeit fühlt sich sicher an. Sie ist wie eine warme, vertraute Decke, unter der wir uns verstecken, wenn das Leben draußen stürmt. Veränderung hingegen ist unbekannt – und das Unbekannte macht Angst.

Sucht ist oft definiert als das zwanghafte Festhalten an einem Zustand oder Verhalten, obwohl es langfristig schadet. Wenn wir das auf Bequemlichkeit übertragen, könnte man sagen: Viele Menschen sind „abhängig“ von der Illusion der Sicherheit. Sie wissen vielleicht, dass sie eigentlich einen neuen Weg einschlagen müssten, aber das bekannte Leiden erscheint erträglicher als das unbekannte Risiko.

Es gibt dieses berühmte Zitat: „Es gibt zwei Arten von Schmerzen im Leben: den Schmerz der Disziplin oder den Schmerz des Bedauerns.“

Viele Menschen wählen den Schmerz des Bedauerns, weil er diffus ist – er nagt an einem, aber nicht so heftig, dass er sofortige Aktion erzwingt. Der Schmerz der Disziplin hingegen ist direkt, spürbar, unbequem – aber er führt zu Wachstum.

Warum Veränderung so schwerfällt

Der Widerstand gegen Veränderung kann daher rühren, dass unser Gehirn gerne energiesparend lebt. Es ist evolutionsbedingt darauf ausgerichtet Energie zu sparen. Jede Veränderung bedeutet, dass neue neuronale Verbindungen geschaffen werden müssen- das kostet Kraft. Der einfachste Weg ist, bekannte Muster zu wiederholen. Er kann aber auch daher rühren, dass die Angst vor dem Unbekannten größer ist, als die Unzufriedenheit mit dem Jetzt. Viele Menschen sagen, sie wollen etwas verändern aber wenn man sie fragt: warum sie es nicht tun, kommen Antworten wie: „Was, wenn es noch schlimmer wird?“, „Ich weiß nicht, wie es gehen soll“ oder „Ich bin es nicht gewohnt, dass es mir gut geht.“

Es braucht oft einen großen Schmerz oder einen tiefen inneren Ruf, um diesen Widerstand zu brechen. Manchmal muss das bekannte Übel so unerträglich werden, dass selbst das Unbekannte als Erlösung erscheint.

Die Komfortzone als goldenes Gefängnis

Die Komfortzone ist ein Ort der Illusion. Sie gibt uns das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben – doch in Wahrheit stagnieren wir. Und genau wie du sagst: Früher oder später wird es langweilig. Das Leben wird eintönig, und dann kommt meist ein Umbruch von außen (Krise, Trennung, Jobverlust, Krankheit), der uns zwingt, zu wachsen.

Doch es gibt eine Alternative: Bewusst selbst die Veränderung suchen, bevor das Leben uns dazu zwingt. Das ist allerdings eine Kunst, die Mut und Bewusstsein erfordert.

Wie kann man sich von der „Sucht nach Bequemlichkeit“ lösen?

Mach dir bewusst, dass Komfort nicht gleich Glück bedeutet- nur weil etwas vertraut ist, heißt es nicht, dass es gut für uns ist. Wir müssen uns immer wieder fragen: Dient mir diese Situation wirklich oder halte ich nur daran fest, weil ich Angst habe? Vielleicht hilft es die Perspektive zu verändern: Wenn Veränderung keine Bedrohung mehr ist, sondern ein Abenteuer- Angst ist oft ein Signal dafür, dass etwas außerhalb unserer Komfortzone liegt – aber das bedeutet nicht, dass es schlechter ist. Statt Angst als Feind zu benennen, kann er ein Wegweiser sein, mal genau dahinzuschauen.

Für ein neues Abenteuer braucht man sich nicht gleich auf den Kopf stellen. Kleine Schritte reichen, z.B. in dem man etwas Neues ausprobiert, eine andere Perspektive einnimmt, bewusst alte Muster durchbricht oder sich fragt: Was würde mein Zukunfts-Ich mir raten? Die Vorstellung in zehn Jahren auf diesen Moment heute zurückzublicken: was würde ich mir wünschen, getan zu haben?

Das Leben geschieht außerhalb der Bequemlichkeit

Es ist schade, das Leben mit all seinen Möglichkeiten zu verpassen. Das ist der Kern von allem. Unsere tiefste Sehnsucht ist nicht Sicherheit, sondern Entfaltung. Wir sehnen uns nach Leben, Wachstum, Tiefe. Doch wir bekommen all das erst, wenn wir uns trauen, aus der Bequemlichkeit auszubrechen – nicht weil wir müssen, sondern weil wir leben wollen. 💫

Sabrina Lettieri, Frühling 2025

Wenn dich dieses Thema bewegt – du musst das nicht alleine durchdenken. Ich begleite dich gerne in einem ersten kostenlosen Gespräch.

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