Wir reden viel über mentale Gesundheit, über „Work-Life-Balance“ und Selbstfürsorge. Aber oft übersehen wir, wo die Erschöpfung wirklich entsteht: nicht in der Arbeit selbst, sondern in der Trennung von uns.
Wir versuchen, zwei Menschen zu sein – der, der funktioniert, und der, der fühlt bzw. lebt. Doch je stärker wir versuchen, diese Rollen zu trennen, desto leerer wird es zwischen ihnen. Das ist der Nährboden für Selbstzweifel, Vergleiche, das Gefühl, nicht genug zu sein. Das ist das Imposter-Syndrom in seinem Kern: Ein innerer Abstand zwischen dem, wie wir wirken wollen, und dem, wer wir wirklich sind.
Der gefährliche Vergleich
LinkedIn ist voll von Erfolgsgeschichten. Menschen, die „dankbar“ sind, Menschen, die „erreicht haben“. Aber selten sehen wir die Pausen dazwischen, die Zweifel, das Nichtwissen, das Scheitern.
Wir scrollen durch Erfolge – und vergleichen sie mit unserem Innenleben. Das ist kein fairer Vergleich. Und doch tun wir es. Immer wieder.
Bis wir glauben, dass unsere Unsicherheit ein Zeichen von Schwäche ist. Bis wir denken, wir seien die Schwäche. Dabei ist sie schlicht ein Zeichen von Menschlichkeit- Teil von Wachstum.
Der Mut, sich zu zeigen
Echt zu sein heißt nicht, alles von sich preiszugeben. Es heißt, nicht gegen sich zu leben. Es heißt, auch die Brüche und Mängel als Teil der eigenen Geschichte zu begreifen.
Denn genau da, wo du aufhörst, dich zu verstecken, beginnt Verbindung. Da finden sich die Menschen, die dich verstehen. Da entsteht das Team, das dich trägt – nicht trotz, sondern wegen deiner Echtheit.
Je mehr du zu dir stehst – zu deinen Fehlern, zu deinem Tempo, zu deinen Träumen – desto klarer erkennst du, wo du hingehörst. Desto stimmiger wird das, was du tust. Und desto gesünder wird das, wie du arbeitest.
Vielleicht beginnt mentale Gesundheit nicht mit Pausen oder Achtsamkeitsübungen, sondern mit der Entscheidung ehrlich mit dir zu sein. Mit dem Mut, dich nicht länger in Rollen zu falten, sondern dich in deinem ganzen Wesen zu zeigen – beruflich und menschlich.
Denn am Ende geht es nicht darum, perfekt zu funktionieren, sondern stimmig zu leben und es zählt auch nicht unbedingt, was du tust, sondern wer du bist, während du es tust.
Sabrina Lettieri, Herbst 2025

Wenn dich dieses Thema bewegt – du musst das nicht alleine durchdenken. Ich begleite dich gerne in einem ersten kostenlosen Gespräch.